Heimat- und Sachunterricht
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der
Grundschule umfasst die Aufgabe, Kindern die Welt, in der sie leben, d. h. die
natürlichen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten und die sie umgebende
Sachwelt zu erschließen. Das Fach Heimat- und Sachunterricht möchte die Schüler
befähigen, ihrer Entwicklung gemäß Ausschnitte ihrer Lebenswirklichkeit
zunehmend differenziert wahrzunehmen, zu begreifen und begrifflich zu fassen,
sie in
wichtigen Zusammenhängen gedanklich zu
durchdringen, zu deuten und zu werten. Dies trägt dazu bei, dass die Schüler ein
besseres Verständnis von sich in ihrer Welt entwickeln, der Unterricht also
identitäts- und persönlichkeitsbildend wirkt.
Das gelingt vor allem dann, wenn Heimat- und
Sachunterricht den Schülern Interessengebiete eröffnet. Durch zunehmend
objektivierende sowie fachliche Sichtweisen können die Schüler mehr und mehr an
dieser Lebenswirklichkeit teilhaben und jetzt und später an deren Gestaltung
verantwortlich mitwirken. Bezugspunkte des Heimat- und Sachunterrichts sind
somit das Kind, die Welt, die es umgibt, gesellschaftliche Anforderungen
und eine wissenschaftsnahe Sachlichkeit.
Das Fach Heimat- und Sachunterricht in der
Grundschule strebt eine Ausgewogenheit von Kind- und Sachorientierung an:
Einerseits ist der Unterricht kindorientiert, indem er den Entwicklungsstand der
Schüler, ihre
spezifischen Lebens- und Lernformen,
Themenaspekte aus ihrer Lebenswirklichkeit, emotionale sowie motivationale
Dimensionen wie Mitfühlen, Staunen, Erkunden wollen und Fragelust berücksichtigt
und auf Erleben, Erfahren und Handeln hin ausgerichtet ist. Dabei ist dem
kindlichen Verständnis durch angemessene Elementarisierung der Inhalte Rechnung
zu tragen.
Andererseits ist der Unterricht sachorientiert,
indem Inhalte in ihren Strukturen aufgezeigt werden, methodisch sachgemäß
vorgegangen wird, erste fachliche Bezüge hergestellt und entsprechende
Arbeitsweisen vermittelt werden. Die Verbindung von Kind- und Sachorientierung
zeigt sich vor allem in altersgemäßen Lehr- und Lernmethoden, die vom
anschaulichen zum formalen Denken führen und zunehmend das Verstehen
abstrakterer Zusammenhänge anstreben. |